Lost Places
Respektiere den Ort und hinterlasse nichts außer Fußspuren.
Vermeide es, etwas zu beschädigen oder mitzunehmen.
Vorweg eine kleine Einführung
Definition: Was genau versteht man unter Lost Places?
Lost Places sind verlassene Orte und Bauwerke, die sich teils verborgen im Wald, teils mitten in urbanen Zentren befinden und aus unterschiedlichsten Gründen ungenutzt bleiben. Manche dieser
Stätten wurden nie saniert, da schlichtweg kein ausreichendes Interesse daran bestand. Andere wiederum erlebten einen Beginn der Renovierung, die jedoch abrupt eingestellt wurde – sei es aufgrund
fehlender finanzieller Mittel oder ausbleibender behördlicher Genehmigungen. Doch eines haben all diese Orte gemeinsam: Ihr unverkennbarer Gänsehaut-Faktor, der eine besondere Faszination auf uns
ausübt.
Die Zukunft solcher Lost Places ist häufig von Ungewissheit geprägt, denn weder eine Restaurierung noch ein Abriss lassen sich unkompliziert durchsetzen – was für Entdecker umso reizvoller ist.
Wenn ihr euch auf die Suche nach diesen Orten begebt, taucht ihr nicht nur in den morbiden Charme des Verfalls ein, sondern folgt auch den Spuren deutscher Geschichte. Jeder Lost Place erzählt
eine tiefgründige Geschichte aus der Vergangenheit. Für Fotografen, Reisende und Geocacher gewinnen diese geheimnisvollen Stätten zunehmend an Bedeutung.
Die Gesichter verlassener Orte sind ebenso vielfältig wie die Geschichten, die sie erzählen. Das Erkunden von Lost Places gleicht stets einer faszinierenden Zeitreise voller Spannung. Doch die Zeiten haben sich gewaltig geändert – leider nicht zum Positiven: Als ich 2016 mit dem Urbexen begann, waren diese Orte noch vergleichsweise unberührt. Natürlich gab es damals bereits Kabel- und Metalldiebe, die ihr Unwesen trieben. Doch was einst von wenigen echten Urbexern als leidenschaftliches Hobby betrieben wurde, um beeindruckende Fotos zu machen und persönliche Erlebnisse zu sammeln, hat sich mittlerweile zu einem regelrechten Massentourismus entwickelt. Die Lockdowns während der Corona-Pandemie haben eine Flut junger Menschen in dieses für mich so wertvolle Hobby gespült. Die Medien haben Lost Places durch ihre Darstellung als „aufregendes Abenteuer“, das man erleben muss, zusätzlich befeuert. Sogar Ortsnamen werden in Zeitungen genannt, und Bücher mit genauen Standortangaben erscheinen auf dem Markt. Für mich ist das kaum nachvollziehbar und schlichtweg unverständlich. Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass die Nennung von Orten dem Erhalt der Lost Places keineswegs zuträglich ist. Die sozialen Netzwerke haben diesem Trend schließlich den Todesstoß versetzt. Es geht längst nicht mehr darum, für sich selbst etwas zu entdecken – sonst würden diese Menschen ihre Funde nicht sofort überall teilen. Nein, es dreht sich nur noch um Aufmerksamkeit, Followerzahlen und Selbstdarstellung. Während es früher als cool galt, einen Trick auf dem Skateboard zu meistern, fühlen sich viele heute erst dann bedeutend, wenn sie einen wenig bekannten Lost Place oder spezielle Locations besucht haben. Eine „Location“ (oder „Spot“, wie man in der Szene sagt) ist zum Statussymbol geworden. Ein wahrer Urbexer lebt nach dem Ehrenkodex „leave nothing but footprints“. Davon gibt es neben mir leider nur noch wenige. Immer häufiger wird vor Ort umdekoriert, Gegenstände werden einfach entwendet oder – keine Seltenheit mehr – es kommt zu Vandalismus und Brandstiftung. Teilweise geschieht dies bewusst, damit andere keine Fotos mehr machen können. Der Respekt vor den verlassenen Orten ist längst verloren gegangen. Sobald ein Ort bekannt wird, strömen alle dorthin und trampeln ihn regelrecht nieder. Die Schnelllebigkeit unserer Zeit führt dazu, dass ein gerade erst besuchter Ort schon nach wenigen Tagen wieder vergessen ist. Ein neuer muss her. So tragen alle gemeinsam dazu bei, dass dieses eigentlich ortsbezogene Hobby zunehmend zu einer Hetzjagd verkommt. Vollständigkeitshalber muss man auch erwähnen, dass marode Gebäude heute immer schneller abgerissen werden – verständlich angesichts steigender Grundstückspreise und Wohnungsmangels. Für mich bleibt der Besuch eines Lost Place weiterhin eine entschleunigte Zeitreise, stets verbunden mit tiefem Respekt für den Ort. Ich genieße die Stille und nehme mir bewusst Zeit, den Ort auf mich wirken zu lassen. Und ich wünsche mir sehr, dass ich diese Lost Places bewahren könnte. Doch die Zeit und die damit einhergehenden Veränderungen lassen sich nicht aufhalten.
Welche Regeln müssen beachtet werden - Checkliste für das sichere Verhalten vor Ort:
Bevor ihr euch auf Entdeckungstour begebt, gilt es einige wichtige Verhaltensregeln einzuhalten. Lost Places erfahren immer größere mediale Aufmerksamkeit; viele Besucher teilen ihre Erlebnisse
und veröffentlichen sogar die genauen Standorte online. Das mag nachvollziehbar sein, doch ist es wenig förderlich für diese einst vergessenen Orte, die dadurch oft ihren „Lost“-Charakter
verlieren.
Zerstörte Fenster, beschmierte Wände, entwendete Einrichtungsgegenstände oder große Mengen Müll sind nur einige der negativen Folgen der wachsenden Popularität von Lost Places. Um solchen Vandalismus zu verhindern, solltet ihr bei euren Erkundungen unbedingt folgende Grundsätze beachten:
Ist es strafbar verlassene Orte zu betreten?
Das Betreten verlassener Orte bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Es ist essenziell, immer die lokalen Gesetze zu beachten. Viele Lost Places liegen auf privatem Gelände oder sind aus Sicherheitsgründen gesperrt. Grundsätzlich gilt: Ohne eine eindeutige Genehmigung ist das Betreten nicht erlaubt und kann als Hausfriedensbruch gewertet werden.
Über 150 Jahre lang prägte das Kinderheim die Ortsgeschichte des beschaulichen Dorfes. Seit etwa 20 Jahren steht es leer - verrottet von Jahr zu Jahr. Zu DDR-Zeiten diente das Gebäude als
Jugendwerkhof, später als Spezialkinderheim. In dieses kamen Jungs im Alter von 14 bis 18 Jahren, die laut DDR als schwererziehbar galten.
Schwererziehbar - das war zu DDR-Zeiten auch jemand, der die sozialistische Ideologie des Regimes nicht teilte und dies öffentlich machte. Ziel des Ganzen war es, die Jugendlichen politisch
"umzuerziehen". Dabei schreckten die "Erzieher" auch nicht vor Schlägen, Misshandlungen und anderen körperlichen Strafen zurück.
Ein gigantischer Lost Place in traumhafter Natur
Versteckt und tief im Wald zwischen hohen Tannen steht das riesige langgestreckte, Gebäude der ehemaligen Johanniter Heilstätte.
Einiges ist noch vom Glanz der früheren Zeiten zu erkennen.
In Gegenwart des Herrenmeisters Prinz Albrecht von Preußen fand am 26. Juni 1902 die feierliche Einweihung der neuen Lungenheilstätte statt.
VEB Eisenwerk - Die Backstein-Gießerei
1842 begann man am rechten Ufer des Tanger, eine Eisenhütte zu bauen. 1844 wurde in den Eisenwerken der erste Guss vollzogen. In den Jahren 1889 bis 1913 und 1914 bis 1916 errichtete man auf dem Gelände zwei neue Giessereien, darunter eine Großgiesserei. Von 1918 bis 1943 fimierte das Werk als Eisenhütten und Emailierwerk und wurde dann in Eisenhütten und Emailierwerk Franz Wagenführ umbenannt.
Schloss Randau - Von der Burg zum Schloss: Entwicklung und Glanz
Die Geschichte von Schloss Randau reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert. Zu jener Zeit errichteten die Ritter von Randau an diesem Ort eine Burg, um ihre Herrschaftsgebiete zu sichern. Im Verlauf
der Jahrhunderte wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer, bevor es im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft der Familie von Alvensleben eine prächtige Umgestaltung zu einem Renaissance-Schloss
erfuhr. Diese Epoche war geprägt von majestätischer Baukunst, weitläufigen Ländereien und einer blühende Landwirtschaft.
Am 05. Oktober 1958 erfolgte die feierliche Übergabe des Theater- und Kinosaals, und bereits am 07. Oktober 1958 wurde das erste Konzert des Theaters der Altmark Stendal dort aufgeführt. Das Kulturhaus entwickelte sich zu einem Zentrum künstlerischen Schaffens mit über 1.000 Sitzplätzen.
Das verlassene Haus der Nachtigall
Dieses Haus hatte wirklich einiges zu bieten. Schon beim ersten Blick überkam mich eine ordentliche Portion Angst. Sollte ich da wirklich hineingehen? Von außen war das ganze Haus abgestützt, es drohte förmlich einzustürzen. „Was soll's“, dachte ich mir, „du bist den weiten Weg hierher gefahren, jetzt musst du auch rein!“
Heute ist Ruhetag - Gaststätte am See
Informationen findet man über diesen lost places leider nicht.
Früher war es eine Gaststätte. Doch seit Jahren ist das Gebäude verlassen und der Verfall hat es fest im Griff. Die einst belebte Gaststätte, die nun nur noch ein Schatten ihrer selbst ist.
Das Haus des Pelzmannes
- seine letzte Dienststelle war bei den Grenztruppen der DDR in Kalbe/Milde - Stendal, davor verdiente er sein Geld beim Ministerium für Inneres.
Nach dem Mauerfall verdiente er sein Geld als Pelzzüchter- und Händler.
Mitte der 1990er versuchte er seinen Lebensunterhalt mit einem spektakulären Millionenbetrug zu sichern, scheiterte aber.
Seit der Wende rottet das Gelände vor sich hin.
Ein großes ehemaliges Werksgelände des VEB Chemiewerk Coswig mitten in der Altmark. Erschreckend, wie ein Ort, an dem einmal so viel Leben war, jetzt so aussehen kann. Graffiti an den Wänden,
zerbrochene Fenster, Müll zwischen den alten Gebäuden und auf den Dächern wachsen Bäume.
1910 eingeweiht, wurde aufgrund des vorherrschenden Grundwasserproblems fast vollständig oberirdisch errichtet und tat seinen Dienst bis in die 1990er Jahre. Entsprechend mehrerer Quellen wurden hier bis zu 100.000 Verstorbene eingeäschert. Hinter dem Krematorium errichtete man einen eigenen Urnenfriedhof.
Das Wiesenhaus - mit dem Gesicht in der Gardine
Leider habe ich zu dem Haus keine Geschichte - mehr sehen