Liebe Leute, alle meine Fotokollegen haben bereits ihre Fotos und Berichte vom Nordsound Showroom fertig, und wie immer bin ich die Letzte – hier kommt also mein Nachbericht vom 13.03.2026.
Wieder einmal ein Freitag, der 13. – nachdem mich der Freitag, der 13. im Februar komplett aus den Socken gehauen hat, war dieser Tag für mich eher ein ganz normaler Freitag.
Wie gewohnt habe ich mich gegen 17:30 Uhr ins Auto geschwungen und bin losgedüst nach Oebis, und siehe da: Es war noch hell, als zu den vorherigen Terminen der Open Stage. Meine Fahrt führt mich
immer (sofern ich mich nicht wieder verfahre, wie letzten Monat – haha) durch den Drömling – diese wasserreiche Gegend finde ich einfach großartig. Der Drömling ist ein wichtiges Wasser- und
Vogelparadies, in dem Schwäne quasi Dauergäste sind. Was habe ich gemacht? Einfach mal das Auto abgestellt - ein paar Minuten innegehalten und die wunderschöne Landschaft genossen, dabei auch ein
paar majestaetische Schwäne beobachtet. Plötzlich fing es an zu regnen – na gut, zurück ins Auto und weiter nach Oebis zur vorletzten Open Stage Night der Saison 2025/2026.
Heute standen gleich vier grandiose Bands auf der Bühne – If Worlds Collide, BWD, moonday6 und Kaydja. Nachdem Suzen ihre herzlichen Worte an uns alle gerichtet und damit die vorletzte Open Stage
Night dieser Saison feierlich eröffnet hatte, übergab sie das Mikrofon zur weiteren Anmoderation der Bands an Patrick, der, wie er selbst zugab, für einen kurzen Moment sprachlos war. Aber warum
- dieses habe ich nicht mitbekommen.
Die Alternative-Rocker If Worlds Collide aus Helmstedt haben pünktlich den Abend eröffnet. was passiert, wenn man drei Musiker mit unterschiedlichen Einflüssen und Geschmäckern auf einen Haufen
schmeißt. Das Ergebnis waren harte und zugleich melodische Hymnen bei denen kein Fan der härteren Musik die Füße stillhalten konnte. Planeten schmetterten aneinander und zerschellten, wo die
harten Gitarrenriffs die Atmosphäre zum Glühen brachten. Ihre treibenden Beats donnerten, als würde das Armageddon nahen! Der Bass brachte die Wellen so sehr zum Schwingen, dass eine Sturmflut
heran rollte und alle unter sich begrub, die keine Lust hatten, sich bei diesem Spektakel zu bewegen! Ergänzt wurden diese Naturgewalten durch eine sanfte Brise Gesang, die jedem um die Ohren
wehte, der sich in unmittelbarer Nähe befand. Er drang mit ohrwurmverdächtigen Melodien tief in die Gehörgänge ein und bleibt im Kopf! Nachdem ihr Gig zu ende war hatte wie immer unsere Suzen
einige Fragen an die Band.
Erste Frage – Diskutiert ihr beim Songwriting viel oder entsteht die Musik meist spontan? Antwort von Sean: „Wir haben lange gebraucht, um diese Konstellation zu finden, aber sie funktioniert,
und genau deshalb ist es so großartig.“ Die nächste Frage: Wenn ihr eure Band mit wenigen Worten beschreiben müsstet, welche wären das? Laut, Altersunterschied – einige Lacher kommen gerade aus
dem Publikum – und Spaß. Die nächste Frage von Suzen: Habt ihr ein konkretes Ziel für 2026, und wenn ja, welches? Antwort: „In diesem Jahr feiern wir unser 10-jähriges Jubiläum. Es ist total
witzig und nostalgisch, unser Bild von April 2019 vorne zu sehen. Wir möchten unsere bisher größte Show hier in Helmstedt spielen und sind aktuell auf der Suche nach einer großen Location. Wer
Lust hat, kann am Tag der Deutschen Einheit im Oktober mit uns das 10-jährige Jubiläum feiern.“
If Worlds Collide spielte vor zwei Wochen auf der Warm-up-Party des HelmFests – das war der perfekte Übergang, denn Steve stand bereits auf der Bühne. Steve freute sich sehr, mal mit Mikrofon in
der Hand zu stehen, denn normalerweise ist er Radiomoderator bei Querbeet auf Okerwelle 104,6. Zwei dieser Bands hatte er sogar schon in seinem Studio. Warum Steve eigentlich vor Ort war? Er weiß
genau, wie stark und solidarisch die Metal-Gemeinde ist – und er braucht unsere Unterstützung. Steve hatte ein Sparschwein dabei und erklärte, dass er mit Menschen mit Handicap eine besondere
gemeinsame Reise ermöglichen möchte. Ziel ist es, Inklusion sichtbar zu machen – ehrlich, respektvoll und auf Augenhöhe. Diese Reise kostet jedoch viel Geld, weshalb er dafür Spenden
sammelt.
Das Projekt Schneewittchen will zeigen, dass Reisen, Abenteuer und Teilhabe für alle Menschen möglich sind und nicht von individuellen Voraussetzungen abhängen dürfen. Das Projekt lebt vom
Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Helfer und Unterstützer und steht als positives Beispiel für gelebte Inklusion. Ist das genial? Ja, das ist es! Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie
viele ehrenamtliche Menschen verschiedene Projekte so einzigartig unterstützen. Beim Projekt Schneewittchen werden sieben Teilnehmer dabei sein; es geht in drei Länder – alles ehrenamtlich
organisiert. Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, findet alle Informationen
hier
Auch wer mit einer Geldspende helfen will, findet hier alle
nötigen Details. Der geplante Reisezeitraum für Projekt Schneewittchen ist vom 13.07. bis zum 26.07.2026.
Patrick kündigte die nächste Band mit dem charmanten Spruch an: „Junge Dame, lächelst du mich etwa an?“ und warf dann die Frage ins Publikum – „Wenn eine Dame lächelt, was sagt man dann?“ „Der
Tag hat Struktur.“ so Patrick. Weiter ging es mit Female-Fronted Angry Pop von der Band BWD (Bin Wieder Da), deren Stil erfrischend anders und unverwechselbar klang. Wild, emotional,
manchmal verstörend, aber stets eingängig, rockig und vor allem zum Tanzen animierend, gelingt es BWD, den Rock ’n’ Roll auf ihre ganz eigene Weise auf die Bühne zu bringen und sowohl Männer als
auch Frauen zu begeistern. Mit voller Power, Herzblut und Köpfchen bewies die Truppe eindrucksvoll, was es bedeutet, Musik im Blut zu haben. Kein Wunder also, dass diese Energie auf das Publikum
übersprang und selbst die sonst eher zurückhaltenden Nicht-Tänzer bei den durchweg melodischen Songs in Bewegung kamen! Ihr Auftritt war grandios – zugleich der letzte in dieser Besetzung. Auf
der Bühne bedankte sich die Band herzlich bei Sebastian für die großartige gemeinsame Zeit und wünschte ihm für seinen weiteren musikalischen Weg nur das Beste. Wirklich schade – ich persönlich
fand Sebastian richtig stark, er hat ordentlich Groove reingebracht. Die Band sucht nun nach einem würdigen Nachfolger am Bass und freut sich über jeden Hinweis, der zur Entdeckung eines
feierwütigen neuen Mitglieds führt. Übrigens ist auch BWD auf der Fotowand von 11/2019 verewigt.
Als moonday6 die Bühne betrat, war die Spannung im Publikum förmlich spürbar. Die Formation, berühmt für ihre unverwechselbare Mischung aus Rock, Blues und Psychedelic, ließ keine Erwartungen
offen. Bereits mit dem ersten Ton zogen sie das Publikum durch ihre mitreißende Bühnenpräsenz und ihren energiegeladenen Sound in ihren Bann. moonday6 – die erfahrenen Musiker fanden während der
Pandemie zusammen. Mittlerweile ist es weit mehr als nur ein weiteres Hard-Rock-Projekt aus der Provinz. Sänger Tobek ist international mit der A-Cappella-Gruppe vocaldente unterwegs und tourte
über ein Jahrzehnt durch die USA. Gitarrist Holger blickt auf eine erfolgreiche Zeit in der bekannten Heavy-Metal-Band Velvet Viper zurück und stand bereits beim renommierten Metal-Festival
„Wacken“ auf der Bühne! Gemeinsam präsentierten sie kraftvolle, eigenständige Rockmusik. Eine Kombination aus AC/DC, Guns N’ Roses und den Foo Fighters. Die Setlist bot eine perfekte Balance aus
neuen Hits des aktuellen Albums „All Night Long“. Songs wie „Long Way Home“ oder „All Night Long“ erzeugten bei den Zuhörern echtes Rock-Feeling, während langsamere Stücke eine emotionale Tiefe
offenbarten, die das Publikum tief berührte. Besonders beeindruckend war das harmonische Zusammenspiel der Bandmitglieder. Jeder einzelne Musiker überzeugte mit seinem Talent und trug dazu bei,
eine magische Atmosphäre zu kreieren, die den gesamten Nordsound erfüllte.
Für den krönenden Abschluss sorgte die Band Kaydja. Was für eine außergewöhnliche Formation ist das denn – ein ungewöhnlicher Bandname, dachte ich zuerst, als Passi mir auf den Rock & Metal
Day'z Festival 2024 ihr erstes Album „Verloren“ schenkte. Den Namen konnte ich zunächst nicht richtig aussprechen – also „Käidscha“, gut. Ich muss ehrlich zugeben, dieses Geschenk kam genau zum
richtigen Zeitpunkt, denn ich hörte das Album immer wieder, besonders die Songs „Nie woanders“, „Narben“ und „Deine Welt“. Jeder einzelne Titel spiegelte exakt das wider, was ich in jener Phase
empfand. Ein herzliches Dankeschön an dich, Stephanie und Passi. KAYDJA ist eine Alternative Rock/Metal-Band aus Gifhorn mit deutschen Texten und kraftvollem Shouting. In ihrer Musik verarbeiten
sie sowohl die einfachen Alltagsmomente als auch die tiefgründigen und herausfordernden Seiten des Lebens. Kaydja eröffneten ihr Set mit dem Song „Verloren“, bevor Suzen die Bühne betrat, um das
Geburtstagskind Katrin zu ehren und ihr zum 40. Geburtstag zu gratulieren. Gemeinsam sangen wir ihr ein Ständchen. Nach dieser kurzen Unterbrechung ging es mit KAYDJA weiter – für mich war die
Setlist wie eine kleine Reise zurück in meine Erinnerungen.
Es war wieder einmal ein fantastischer Abend im Nordsound. Gegen 1 Uhr machte ich mich allmählich auf den Heimweg.