13.02.2026. Ich bin ja eigentlich kein Aberglaube-Typ, aber was für ein chaotischer Tag das für mich war! Alles schien heute komplett durcheinander zu geraten - von kleinen Missgeschicken bis hin zu unerwarteten Hindernissen, die sich mir einfach in den Weg stellten. Doch trotz allem habe ich eine wichtige Lektion gelernt - Ruhe bewahren ist das A und O. Völlig erschöpft machte ich mich gegen halb fünf auf den Weg nach Oebisfelde – und was soll ich sagen? Plötzlich fand ich mich in Kalbe wieder, statt in Klötze! Eine völlig andere Richtung eingeschlagen – vielleicht hätte ich an diesem Tag einfach zu Hause bleiben sollen. Na gut, der Weg führte mich weiter in Richtung Gardelegen und von dort aus endlich nach Oebisfelde. Angekommen begann wie immer zuerst die Begrüßung. Doch plötzlich fühlte ich mich gar nicht mehr gut – Zittern, Schweißausbruch – verdammt, was war jetzt los? Okay, dachte ich mir, vielleicht bin ich unterzuckert, da ich so gut wie nichts gegessen hatte. Also ging ich schnell nach hinten, holte mir ein Wasser und schob mir etwas zwischen die Kiemen. Nach einer kurzen Weile besserte sich mein Zustand tatsächlich. Dann kam endlich Kai – langsam entwickelt sich das zwischen uns zum Ritual - Vorab immer ein cooles Foto von uns beiden machen. Die Vorlage für unser heutiges Bild lieferten Lemmy und Kelly Johnson. Ich lach mich schlapp!
Popelhead, da haben wir uns doch tatsächlich in der Nase geirrt!
Endlich begann es – pünktlich betrat unser Suzen Berlin die Bühne und hieß alle Gäste herzlich zur Februar Open Stage Night im Nordsound Showroom willkommen. Auffallend war, dass viele neue Gesichter dabei waren, die zuvor noch nie an einer Open Stage Night teilgenommen hatten – das fiel sowohl mir als auch Suzen sofort auf. Leider hatte das Team vom Nordsound Showroom in den letzten 24 Stunden einiges an Stress zu bewältigen: Gleich zwei Bands sagten einen Tag vor der Veranstaltung ab. Doch Suzen meisterte die Herausforderung und fand kurzfristig Ersatz – worüber wir uns alle riesig freuten, denn beide Acts sagten spontan zu. So konnte der Abend mit insgesamt vier Bands stattfinden.
Im Anschluss übergab Suzen das Wort an Patrick. Dieser gab in seiner Anmoderation zu, dass er Maikel Tretschok aus Wolfsburg bislang weder gesehen noch gehört hatte – somit war ich mit meiner Unkenntnis nicht allein. Dann startete der Auftritt des beliebten Countrysängers und Singer-Songwriters Maikel Tretschok. Nach jahrelanger Erfahrung in verschiedenen Bands ist er seit 2017 als Solokünstler unterwegs und wird dabei von seiner Loopstation unterstützt. „Es macht wahnsinnigen Spaß, mit einem kleinen Bodeneffekt wie eine ganze Band zu klingen, obwohl man alleine auf der Bühne steht“, erklärt Maikel begeistert.
Direkt, authentisch und unverfälscht möchte Maikel mit seinen Songs nicht nur unterhalten, sondern auch berühren und zum Nachdenken anregen. Mit seiner bodenständigen Art spricht er Menschen an,
die sich in seinen Texten wiederfinden. Als Supportact für die US-Countrysängerin Jessica Lynn hat er bereits bewiesen, wie sehr sein Publikum von ihm begeistert ist. Seine Loopstation erlaubt es
ihm, seine „Band“ immer dabei zu haben – für ihn geht es bei der Musik nicht nur um Klang, sondern vor allem darum, Geschichten zu erzählen, die bewegen.
Sein Motto lautet: „Überall spielen, wo es eine Steckdose gibt.“ Maikel schreibt seine Texte sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. In seiner Muttersprache fällt es ihm leichter, sich
auszudrücken – schließlich ist sie „die Sprache der Dichter und Denker“. Dennoch schätzt er den Charme und die Melodik der englischen Sprache sehr. Seine Lieder sind sowohl autobiografisch als
auch fiktional; das Verschmelzen von Erlebtem mit Fantasie empfindet er als große Freude.
Maikel kam beim Publikum hervorragend an. Auch Suzen hatte einige Fragen vorbereitet: Auf die Frage, was ihm mehr durch den Kopf gehe – ob er hoffe, dass alles klappt oder lieber einfach mache
und es laufen lasse – antwortete Maikel: „Da ich meistens eigentlich zu wenig proben kann, mache ich es eher so: einfach machen lassen.“ Auf die Frage, wann er gemerkt habe, dass Country genau
sein Genre sei, sagte Maikel: „Vor ungefähr zwei Jahren. Ich habe schon immer Johnny Cash gecovert und durch meinen Vater eine recht tiefe Stimme geerbt. In Amerika habe ich dann Country so sehr
lieben gelernt, dass ich mich entschieden habe umzuschwenken.“
Auf die Frage, ob er sich alleine auf der Bühne frei oder manchmal einsam fühle, antwortete er: „Ich bin generell ein Mensch, der gut allein sein kann. Man kann allein sein, ohne sich einsam zu
fühlen. Ich habe mich daran gewöhnt und es macht mir Spaß – das ist für mich völlig in Ordnung.“ Die letzte Frage lautete: Was war bisher der Moment, in dem du gedacht hast: Dafür mache ich das
alles? Seine Antwort: „Wenn man eigene Songs schreibt und Leute damit mitreißt – so wie heute zum Beispiel –, dann weiß man genau, wofür man das alles macht.“ Was für eine beeindruckende
Country-Stimme hat Maikel!
Jensen - Jensenmusic aus Stendal
Es ging weiter mit Jensen - Jensenmusic aus Stendal – deutschsprachiger Rock/Metal, der direkt aus der Heimat stammt. Die drei Musiker sind seit Jahren ein eingespieltes Team, teilen eine lange
gemeinsame Geschichte und brachten eine verdammt starke Setlist mit auf die Bühne. Songs wie „Gegen jede Regel“, „Lass mich rein“, „Komm in meine Arme“ und „Gestrandet“ rissen das Publikum
komplett mit. Jensen ist ein echtes Herzensprojekt, bei dem alle auf Augenhöhe agieren und vor allem eines haben: jede Menge Spaß. Die meisten Stücke spiegeln sehr persönliche Erfahrungen wider,
weshalb die Texte oft tiefgründig, manchmal sogar düster sind. Themen wie Verlust, Trauer und Drogenprobleme werden ebenso behandelt wie Selbstreflexion, Neuanfang und der Mut, neue Pfade zu
beschreiten. Zwischen fetten Gitarrenriffs und fliegenden Plektren brachten die Jungs die Halle zum Beben. Nach ihrem energiegeladenen Auftritt bedankte sich Jensen herzlich beim gesamten Team
des Nordsound Showrooms – es ist für sie immer wieder eine Freude, hier zu spielen.
Auch Suzen hatte einige Fragen parat: „Ihr kennt euch schon so lange – ist das eher Familie oder doch mehr Band?“ Jens antwortete: „Wir machen das einfach. Es ist definitiv mehr Familie, und
darauf legen wir großen Wert. Der freundschaftliche Rahmen stimmt einfach, wir verbringen viel Zeit miteinander und es muss passen – wir sind ein richtig eingeschweißter Haufen.“ Die nächste
Frage lautete: „Wenn ihr eure Band in einem Satz beschreiben müsstet, ohne das Wort ‚Rock‘ zu verwenden, wie würde der lauten?“ Jens meinte: „Geil – Spaß!“ Aus dem Publikum kam dann noch das Wort
„Liebe“. „Ja, Liebe ist auch wichtig“, ergänzte Jens. „Und Tiefe natürlich. Wir mögen es, emotional wirklich tief zu gehen und alles ein bisschen melancholisch zu gestalten – schließlich sind
unsere Texte sehr persönlich.“ Die letzte Frage drehte sich um die Proben: „Wird da eher mehr getrunken oder gespielt?“ Die Antwort: „Eher mehr getrunken!“ – was alle zum Lachen brachte. Suzen
hakte nach: „Schafft ihr denn überhaupt das Ende der Probe?“ Jens schmunzelte: „Neuerdings halten wir zumindest ein bisschen die Zeit ein.“ Zum Schluss wollte Suzen wissen, welche Band sie als
Support nervös machen würde. Jens verriet, dass er sich freuen würde, wenn sie mal die Band Herbst supporten könnten.
Karl Mags
Danach folgte Karl Mags aus Brome – vier Typen, die sich ursprünglich aus Langeweile im Proberaum zusammenfanden und schnell merkten: Das klingt gar nicht mal schlecht! Herausgekommen ist ein
energiegeladener Mix aus deutschsprachigem Punkrock, rauem Rock und einer Prise Metal – mit Melodien und genug Power, dass man noch Tage später das Piepen in den Ohren spürt. Die Rhythmusgruppe
treibt die perfekt aufeinander abgestimmten Gitarren vor sich her, während der harmonische Gesang Alltagsthemen verarbeitet. Musikalisch treffen hier 40 Jahre Punkrock auf 40 Jahre
deutschsprachige Rockmusik mit Metaleinflüssen. Mit Songs wie „Springen“, „Widerlich“, „Süchtig“ oder „Liebe verstehen“ heizte die Band ordentlich ein. Auch hier hatte Suzen Fragen vorbereitet –
Tom war sichtlich nervös. Auf die Frage, was ihnen wichtiger sei: dass es knallt oder was sie in ihren Songs sagen? antwortete Tom: „Dass es knallt und wir die Leute mitnehmen – ein bisschen
Bewegung in die Menge bringen, das ist unser Ziel.“ Man konnte es deutlich spüren – vor der Bühne ging richtig die Post ab und viele schmissen ihre Tanzbeine durch die Luft. Wie entstehen eure
Songs? Aus einem Riff oder einer Idee im Kopf? Tom antwortete: „Beides! Wir sind kreativ – KI kommt bei uns nicht zum Einsatz, es sei denn, ich vergesse bald alles.“ Wie sieht ein Karl
Mags-Probeabend aus? Chaos oder strukturiert? „Chaos! Dazu Kaffee und Kuchen statt Bier – wir sind eben anders.“
Den Abschluss bildeten Quite Easy – Poly Rock vom Feinsten. Der Name steht für eine Mischung aus vier Protagonisten, die sich mit allen Einflüssen von den 1970ern bis zu den 2000ern
auseinandersetzen. „Rock“ deshalb, weil Tengo Chubinidzes kraftvolle Stimme, Anna-Lydia Henkels druckvolle Gitarrenriffs, Andy Charcoals rhythmisch kreative Drums und Bennet ‚BenEbelt‘ Kargers
tiefe melodische Bässe durch alle Genres und Länder schwingen. Auch sie lieferten eine grandiose Show ab.
Ein riesiges Dankeschön an alle, die mit uns gefeiert haben – ihr wart der Wahnsinn! Ebenso vielen Dank an Susanne und Peter sowie an das gesamte Team des Nordsound Showrooms ! Es macht immer
wieder riesigen Spaß mit euch!
Ich machte mich gegen 23:30 Uhr erschöpft auf den Heimweg – doch der Freitag der 13. wollte mich nicht so leicht ziehen lassen. Plötzlich sprang ein Reh aus dem Straßengraben direkt vor mein
Auto! Zum Glück konnte ich noch rechtzeitig bremsen und streifte das Tier nur leicht – am Wagen blieb alles heil. So viel Wild hatte ich auf meiner Strecke noch nie gesehen! Endlich zuhause
angekommen – ab ins Bett.
Leute, was für ein Tag!