Heute kommt meinen Nachbericht zur allerersten Open Stage Night dieses Jahres. Passend zum kalten Wintereinbruch habe ich mir an diesem Tag endlich meine nagelneuen Winterreifen aufziehen lassen - bissel spät - ich weiß. Die Werkstatt meines Vertrauens sagte mir, dass ich die Letzte sei und er schon sehnsüchtig auf mich gewartet habe. Ehrlich gesagt, war es auch wirklich höchste Zeit. Als ich mich um 17 Uhr auf den Weg nach Oebis machte, waren die Straßen bis kurz vor Oebis geräumt – aber Mensch, wo war da eigentlich der Winterdienst? Es schneite wie verrückt, der Wind fegte um die Ecken, Schneewehen ohne Ende und kein Räumfahrzeug war zu sehen. Nun ja, endlich angekommen, ging es ab in die warme Stube.
Auf der Bühne standen heute drei herausragende Bands – und ich muss gestehen: Keine einzige davon war mir vorher bekannt. Doch jetzt haben sie alle einen neuen Fan mehr an Bord. Großartig! Wie immer eröffnete Suzen Berlin die Open Stage Night. Sie erwähnte, dass es Überlegungen gab, die Veranstaltung wegen des Wetters abzusagen. Aber nein – warum sollte das passieren? „Wir sind so ein geiles Team und das bisschen Schnee, was ist das schon? Das hatten wir schon vor 20 Jahren! Es ist Schnee, wir haben Winter, es ist Januar und es fällt Schnee!“ Deshalb haben wir entschieden: „Wir lassen diese erste Open Stage Night in diesem Jahr stattfinden, und sie wird etwas ganz Besonderes sein.“ Das Team vom Nordsound Showroom freute sich riesig, alle Anwesenden herzlich willkommen zu heißen. Weil das Team so begeistert war von der großen Anzahl an Gästen, ging die erste Getränkerunde auf’s Haus – im Nordsound Showroom konnte sich jeder sein Getränk an der Bar bestellen und abholen.
Mit „Welcome two thousand twenty-six 2026“ eröffnete Suzen dann offiziell die Open Stage. Leider mussten „Friederike & The United Sexy Boys“ kurzfristig absagen – aber hey, das war scheiß egal! Wir haben den Abend gemeinsam gerockt. Pünktlich startete die erste Band des Abends: Indigos – Rock ohne Grenzen. Ina saß bereits mit Glas Wein und Kippe auf der Bühne und bereitete sich vor. Indigos bewegen sich musikalisch zwischen Electro, Indie, Pop und Punk – alles vereint in einem Song. Dazu kommen ausdrucksstarke Lieder mit tiefgründigen Texten und eine markante Frauenstimme, die sofort hängen bleibt. Voller Energie und Gefühl bieten sie jede Menge Abwechslung.
Indigos
Nur wenige kannten diese Band vorher, doch als sie loslegten, wusste ich sofort: Die sind der Hammer! Ich blickte in die Menge und sah, wie alle gebannt ihren Texten lauschten. „Insekten im Eis“, „Freigeister“, „Muth“ – was für kraftvolle Lyrics! Mittlerweile tanzten auch schon einige zu ihrer Musik. Auch die Gruppe Sterne war mir unbekannt - von dieser Band coverten Indigos den Song „War ist, was war ist“. Mein Gott – warum habe ich den nicht schon früher irgendwo gehört? Beim Stück „Die Reise“ fühlte ich mich sofort angesprochen, ebenso bei „Wähle deine Illusion“. Indigos aus werde ich definitiv im Auge behalten und ihre Songs noch genauer unter die Lupe nehmen – ihr Auftritt war mehr als nur genial!
DI6E
Weiter ging es mit DI6E aus Gifhorn – was für ein Auftritt war das bitte? Einfach nur grandiose Musik! Die Band hat mich förmlich festgenagelt, sodass ich keinen Fuß mehr vor die Tür setzen konnte. Michael erinnerte mich während des gesamten Konzerts stark an Unheilig – genauer gesagt an den Sänger und Songwriter Der Graf. Die Bewegungen, die schwarze Hose, das weiße Hemd, die Krawatte und die schwarzen Schuhe – auch wenn der Graf eigentlich Slipper trägt. Die Jungs legten richtig los. Aber wie verbindet man Metal, Alternative Rock, Indie und Hard Rock mit Blues, Jazz und Pop? Ganz einfach: Die Band hat das meisterhaft geschafft und lässt sich keinesfalls in eine einfache Schublade stecken. Kraftvoller, druckvoller Power-Pop’n Rock, der direkt aus den Boxen ins Ohr und von dort ins Hirn sowie ins Herz des Zuhörers schießt – mal leise, meistens laut. Tödlich gut gelaunt, manchmal bitterernst und garantiert nicht so schnell wieder weg vom Fenster. Mit Songs wie „Mirror“, „In your eyes“, "Upside Down" oder „One reason“ hat die Band das Publikum – mich eingeschlossen – sofort in ihren Bann gezogen, aus dem es kein Entkommen gab. Eine richtig starke Setlist haben sie abgeliefert, und dann das Beste: Alle riefen Zugabe, Zugabe! Ich bin immer noch total begeistert von ihrem Sound und werde mir definitiv eine CD zulegen.
Maedchen mit dem EI
Zum krönenden Abschluss gab es Punkrock von der Band Maedchen mit dem EI, einer genderUNgerechten Damenpunktruppe aus Wolfsburg. Manche behaupten sogar, es sei 110 % Hottentotten-Pop zum
Abrocken! Die vier charmanten Trullas servieren eine farbenfrohe, bestens gelaunte Bühnenshow. Ein echter Blickfang, untermalt von kraftvollen Beats, röhrenden Gitarren, pulsierendem Bass und
einer wütenden Engelsstimme – dramatisch und mitreißend zugleich.
Alle drei Bands waren absolut spitze und definitiv ein Muss für jeden Musikfan.
Gegen 23:45 Uhr machte ich mich dann auf den Heimweg. Zuvor musste ich allerdings mein Auto mit Peter zusammen aus dem Schnee ausgraben – was für eine eisige Kälte das war! Aber hey, es ist Winter, da darf man nicht meckern. Ich persönlich habe mich über die Schneemassen, die wir abbekommen haben, riesig gefreut.